Filmtipp: „The Monster“

Kathy (Zoe Kazan) ist eine junge Mutter mit Alkoholproblemen. Ihre Tochter Lizzy (Ella Balentine) musste deshalb schneller erwachsen werden als ihr eigentlich lieb gewesen wäre. Das Mädchen versucht in einer Beziehung aus Hassliebe ihrer Mutter zu helfen. Doch schließlich entscheidet sie sich sie zu verlassen und zu ihrem Vater zu ziehen. Weil Kathy aber wieder mal verschlafen hat, enden die beiden nachts während eines Sturmes auf einer einsamen Landstraße. Nachdem sie einen Wolf angefahren haben, springt das Auto nicht mehr an. Und irgendetwas lauert in der Dunkelheit des Waldes…
Um es kurz zu sagen: „The Monster“ ist überwältigend! Bryan Bertinos („The Strangers“) drittes und neuestes Werk als Regisseur ist eindeutig einer der besten Horrorfilme, die ich bisher gesehen habe. Ein beklemmendes Kammerspiel, von emotionsgeladenen Rückblenden durchzogen, und mit oscarreifen Leistungen der beiden Hauptdarsteller. Das Monster bleibt für den Zuschauer zuerst unsichtbar hinter der Baumgrenze versteckt. Wenn man es schließlich zu Gesicht bekommt, ist es kein computeranimiertes Ungeheuer, bei dem man dann doch immer intuitiv CGI im Hinterkopf hat, sondern ein Schauspieler in einem schleimigen, zähnefletschenden Kostüm. Die Geschichte ist halb Drama, halb Horror, und die beiden Genres vereinigen sich zu einem metaphorischen Alptraum über die existentielle Verzweiflung des Menschen. In meinen Augen ein Meisterwerk!

Filmtipp: „The Girl with All the Gifts“

In der Zukunft hat eine Pilzinfektion den Großteil der Menschheit in Zombies verwandelt. Nur Kinder, die im Mutterleib mit den Sporen infiziert wurden, behalten ihr menschliches Verhalten, wandeln sich allerdings beim Körpergeruch von Lebewesen für begrenzte Zeit ebenfalls in hungrige Zombies.
Melanie (Sennia Nanua) ist eines dieser Kinder, die in einer Militäranlage für Experimente gefangen gehalten werden. Als die Basis von Untoten überrannt wird flieht sie mit einigen Soldaten (u.a. Paddy Considine), ihrer Lehrerin (Gemma Arterton) und der leitenden Forscherin (Glenn Close) von dort. Eine Reise durch die schreckenerregende Welt der Zombies beginnt.
Spannend bis zum Ende wird die Geschichte mit ambivalenten Figuren und einigen Schockmomenten erzählt. Es gibt hier keine schwarz-weiß Charakterzeichnungen. Besonders die junge Hauptdarstellerin liefert eine hervorragende Darbietung. Die Grundidee ist interessant genug und mit genügend nervenaufreibenden Szenen inszeniert, um die zwei Stunden Laufzeit wie im Fluge vergehen zu lassen.
Wer ein Fan des Zombie-Genres ist, aber von den immer gleichen Plots gelangweilt ist, sollte sich diesen innovativen Vorstoß von Colm McCarthy („Outcast“) nicht entgehen lassen.

Filmtipp: „Bright“

In einem alternativen Universum, in dem Fabelwesen und Menschen ganz selbstverständlich zusammen leben, muss der menschliche Polizist Daryl Ward (Will Smith) mit einem Orc als Partner arbeiten. Nick Jacoby (Joel Edgerton) ist der erste Orc-Cop der Welt und muss mit dem, gegenüber verschiedenen Fabelwesen verbreiteten, Rassismus umgehen. Bei einem ihrer Einsätze nehmen sie eine Elfin in Gewahrsam, die im Besitz eines Zauberstabs ist. Die unbegrenzte Macht dieses Instruments, zieht die Aufmerksamkeit finsterer Gestalten auf sich und ehe sich das Duo versieht, sind neben Gangstern auch die diabolischen Besitzer des Stabes auf ihren Fersen.
Die Idee des Films überzeugt und bietet zwei Stunden temporeiche Unterhaltung mit coolen Sprüchen und sympathischen Hauptfiguren. Ein actiongeladener Genre-Mix, der garantiert keine Langeweile aufkommen lässt.
Regie führte David Ayer, der u.a. auch bei „Herz aus Stahl“ und „Suicide Squad“ hinter der Kamera stand. Seit 22. Dezember 2017 wird der Film bei Netflix gezeigt.